Hallo Gerd,
sorry - bei mir kann es aus gesundheitl. Gründen vorkommen, dass ich vorübergehend
nicht bzw. schwer erreichbar bin.
Ich habe auf meiner Website (leider in englisch) sehr ausführlich erklärt wie man 150-200
Jungfische auf einmal durchbringt. Das war kein Einzelfall.
Ich ziehe die werneri nur von Mai/juni bis Sept./Okt. nach - je nach Witterung. Und zwar im Freien
auf dem Balkon. Dort verwende ich Kübel mit einem Fassungsvolumen zwischen 40 und 150 L
Beide Grössen haben sich bewährt wobei ich den 150L Kübel aufgrund stabilerer Wasserwerte
bevorzuge.
4-6 Wochen bevor ich Jungfische/Eier überführe, fülle ich die Kübel mit Wasser aus einem Becken, etwas
Tümpelwasser und Brühe aus Kübeln, die irgendwo im Garten rumstehen. Soviel zum Thema "Alles
peinlich sauber halten"
Dann kommen Binsen, Simsen (in Töpfen) und Schwimmpflanzen dazu. Die Zuchtiere halte ich in
112 L Becken mit viel Schwimmpflanzen. Beim Zuchtansatz füttere ich Unmengen frisch geschlüpfte
Artemia. Meiner Erfahrung nach laichen werneri am liebsten in Schwimmpflanzen, wie z.B. Riccia-
Polster. Diese Polster überführe ich alle 8 Tage in meine Kübel auf dem Balkon, in denen sich jede
Menge Microleben entwickelt hat. Davon leben die Jungfische die ersten 2-3 Wochen ohne jegdliches
Zufüttern und gedeihen 4mal so schnell wie im Becken innen (Parallelversuch). Danach nehmen
sie gerne Staubfutter wie z.B. Cyclop-Eeze oder Micro-Min. Später gibt es Artemien.
Wasserwechsel mache ich keine, ich fülle lediglich mit Regenwasser auf...ach ja, ich halte und ziehe
die Fische ausschliesslich in reinem Regenwasser.
Bei einer Zuchtgruppe von 3 Männchen und 7 Weibchen hatte ich teilweise 30-45 Jungfische pro Morgen.
Einfache Methode, die von jedem jederzeit dupliziert werden kann, allerdings erst wieder 2010
Aktuell habe ich noch Jungfische draussen, jedoch hängt ein Heizer im Kübel. Im Sommer werden es
in den Kübeln schon mal bis zu 35°C. - kein Problem für die Kleinen - im Gegenteil, sie wachsen schneller
und überschreiten schneller die kritische Grösse. Im natürlichen Habitat hat Dave Wilson ähnliche Werte
ermittelt.
Diese Aufzuchtmethode wurde aus der Not heraus geboren, da ich beruflich viele Jahre die ganze Woche
über unterwegs war und meine Familie nicht noch mit der Zucht und Fütterung von Infusorien belasten
wollte. So macht Not nicht nur erfinderisch sondern es entstehen neue effektive Methoden. In Australien
und USA ist das verwenden sogenannter "outdoor tubs" etwas absolut selbstverständliches.
Gruesse, Bernd
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